Parfüm im Wandel der Zeiten

Parfüm ist eines der ältesten Kulturgüter der Menschheit und blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Getrocknete Hölzer und Kräuter waren die ersten Duftstoffe, die man bereits vor über 9.000 Jahren als Räucherwerk verwendete. Der Begriff Parfüm leitet sich vom Lateinischen per fumum ab und bedeutet „durch den Rauch“, auch wenn unsere heutigen Duftessenzen kaum noch etwas mit den antiken Räucherstoffen zu tun haben. Gehen Sie mit G-Cosmetic auf eine Zeitreise und entdecken Sie die faszinierende Geschichte des Parfüms!

Duftkultur in der Antike

Parfüm in der Antike

Die Wurzeln der Parfümerie liegen in Mesopotamien und dem alten Ägypten. Schon 7.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung verbrannten die Priester jener Hochkulturen duftende Räuchermischungen, um in den Tempeln die Götter zu ehren. Pharaonen wurden mit parfümierten Salben und ätherischen Duftölen bestattet. Erst im 14. Jahrhundert vor Christus machte die ägyptische Pharaonin Hatschepsut Parfüm als Luxusgut der Lebenden populär. Sie erkannte die harmonisierende Wirkung von Düften und nutzte parfümierte Salben zur Schönheitspflege. Kleopatra machte sich angeblich vor allem aphrodisierende Düfte zunutze.
Parfüm wurde zum Statussymbol der Reichen und Mächtigen, auch wenn Räucherwerk aus getrockneten Pflanzenteilen ebenfalls im einfachen Volk verbreitet war. Über das Seefahrervolk der Phönizier gelangten Weihrauch, Myrrhe und andere Duftstoffe aus dem Orient im antiken Griechenland. Etwa 700 vor Christus entstand dadurch in Europa die erste Duftkultur. Die Römer übernahmen die griechischen Traditionen und nutzten Räucherstoffen und kostbare Blütenöle, um sich selbst und ihre Behausungen zu parfümieren.
Auch im Fernen Osten kannte man bereits vor Tausenden von Jahren Methoden zur Gewinnung von Duftstoffen. Ätherische Öle wurden zum Würzen von Speisen und Getränken verwendet und Räucherstäbchen in buddhistischen Tempeln verbrannt. Das indische Kamasutra, das wahrscheinlich im zweiten Jahrhundert nach Christus verfasst wurde, beschreibt die Verwendung von Duftölen zur Körperpflege und beim Liebesspiel. Die Geschichte des Parfüms ist damit beinahe so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst.

Düfte des Mittelalters

Parfüm im Mittelalter

Während des Mittelalters gab es in der Geschichte des Parfüms einige dramatische Wendungen. Im Zuge der fortschreitenden Christianisierung in Europa geriet der Gebrauch von Parfüm in Verruf. Die Kirche verurteilte die Verwendung von Duftstoffen als „unkeusch“ und als „Aufruf zu sittenlosem Verhalten“. Jahrhundertelang verschwanden Duftessenzen fast vollständig aus Europa, bis Kreuzritter mit Rosenwasser und anderen kostbaren Riechstoffen aus dem Orient zurückkehrten. Der europäische Adel begann sich wieder zu parfümieren. Auch die Kunst der Parfümherstellung wurde durch Wissen aus dem Orient weiterentwickelt. Es gelang, reinen Alkohol aus Wein zu destillieren und damit eine der Grundzutaten für unser heutiges Parfüm zu gewinnen.
Die Herstellung von Duftstoffen und parfümierten Salben lag bis ins zwölfte Jahrhundert überwiegend in der Hand von Ärzten und Alchemisten. Dann begannen Gerbereien ihre Waren zu parfümieren, um die schlechten Gerüche der Lederverarbeitung zu überdecken. Duftende Handschuhe und andere Lederwaren waren unter den Adligen sehr beliebt. Somit legten Gerber den Grundstein für den späteren Beruf des Parfümeurs.
Als die Schwarze Pest im 14. Jahrhundert in Europa wütete, versuchte man sich mit Parfüm nicht nur vor dem Gestank der Toten, sondern auch vor der Krankheit selbst zu schützen. Ärzte glaubten zu Unrecht, dass Wasser für die Verbreitung der Erreger verantwortlich war und Wohlgerüche eine Ansteckung verhindern würden. Auch nach dem Ende der Epidemie mied man den regelmäßigen Gebrauch von Wasser. Dadurch mussten die Menschen umso mehr Parfüm auftragen, um ihren eigenen Geruch zu kaschieren.

Parfümerie in der Renaissance

Parfüm in der Renaissance

Die hygienischen Zustände in Europa begünstigten indirekt den Aufstieg von Grasse zur Welthauptstadt des Parfüms. Das französische Örtchen bot ideale Bedingungen für den Anbau zahlreicher Duftpflanzen und besaß bereits ein florierendes Gerberhandwerk. Durch die steigende Nachfrage nach duftenden Lederwaren entwickelte sich der Parfümeur als eigenständiger Beruf, der fortan für die Herstellung von Parfüm, duftenden Ölen, Salben und Pudern verantwortlich war. Techniken zur Duftstoffgewinnung wie Destillation und Enfleurage wurden in Grasse perfektioniert. Der gute Ruf der Duftkreationen aus Grasse verbreitete sich bis an den königlichen Hof von Ludwig XIV. in Versailles. Schließlich wurde sogar ein Gesetz erlassen, das den Gebrauch von Parfüm zur Pflicht machte. Im Adel war der Gebrauch von Düften geradezu verschwenderisch – wer es sich leisten konnte, wechselte fast täglich das Parfüm.
Entdecker und Eroberer wie Christoph Kolumbus und die spanischen Konquistadoren brachten seit dem 15. Jahrhundert neue Duftstoffe aus anderen Kontinenten wie Asien und Amerika nach Europa. Exotische Blüten und Gewürze bereicherten die Palette der bekannten Duftnoten und sorgten für noch größere Vielfalt in der Parfümherstellung. Venedig und Paris entwickelten sich zu internationalen Umschlagplätzen, in denen man mit Parfüms und Duftstoffen aus Europa und dem Orient handelte.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts lancierte der italienische Parfümeur Giovanni Maria Farina mit Kölnisch Wasser den ersten leichten Duft, der auch für den Mittelstand erschwinglich war. Die Französische Revolution machte intensives Parfüm zu einem Symbol des verhassten Adels, bis Napoleon als populärer Träger des Eau de Cologne für eine erneute Trendwende sorgte.

Duftindustrie in der Moderne

Parfüm in der Moderne

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschien mit Chanel N° 5 der erste vollkommen synthetische Damenduft in der Geschichte des Parfüms. Dank der Synthese konnten viele Duftnoten nun deutlich preiswerter hergestellt werden. Parfüm wurde vom reinen Luxusgut zur Massenware, dennoch können sich nur etwa drei Prozent aller Duftkreationen auf dem Markt durchsetzen. Nach dem zweiten Weltkrieg erlebte die Parfümerie eine Flaute und versuchte mit raffiniertem Marketing und kreativen Verpackungen neue Kunden zu gewinnen.
Neben traditionellen Parfümerien gaben vor allem Modedesigner in der Welt der Düfte den Ton an. Zahlreiche Modelabel lancieren bis heute angesagte Herren- und Damenparfüms parallel zu ihren Kollektionen. Auch viele Musiker und Schauspieler versuchen, sich in eigenen Duftkompositionen zu verewigen – mit schwankendem Erfolg. Die Ansprüche der Konsumenten haben sich geändert: Moderne Parfüms sollen längst nicht mehr nur gut riechen, sondern den individuellen Charakter ihres Trägers betonen und Emotionen wecken. Wie duftet Ihr perfektes Parfüm? Gestalten Sie jetzt mit G-Cosmetic Ihren eigenen Duft als exklusive Kleinserie!