Duftflakons

Parfümflakons existieren in unzähligen Variationen und sind weit mehr als einfache Behälter. Die kleinen Kunstwerke aus Glas, Keramik oder Kunststoff spiegeln den Charakter eines Duftes wider, wecken Ihre Neugier und besitzen einen hohen Wiedererkennungswert. Sie werden oftmals speziell für ein Parfüm kreiert und dabei mit genauso viel Sorgfalt gestaltet wie der Duft selbst.

Duftflakons

Über die Geschichte des Duftflakons

Parfümflakons wurden schon zur Zeit der ägyptischen Pharaonen verwendet, bestanden damals aber noch aus Holz, Ton oder Metall und besaßen eine äußerst schlichte Optik. Die wohlriechenden Essenzen waren zunächst eine reine Grabbeigabe, bis die Pharaonin Hatschepsut ihre harmonisierende Wirkung für sich entdeckte und das Parfüm zu einem Luxusartikel machte. Die ersten Flakons aus Glas entstanden wahrscheinlich schon im ersten Jahrhundert vor Christus und wurden von den Römern verwendet. Die gläsernen Gefäße besaßen viele Vorteile: Sie ließen sich einfacher und preiswerter in großer Menge herstellen, verbesserten die Haltbarkeit und Reinheit des Parfüms und ließen die duftenden Substanzen noch kostbarer wirken.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Herstellung von Duftflakons immer weiter verfeinert. Dennoch blieb die Auswahl an möglichen Formen lange Zeit sehr begrenzt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts beauftragte der französische Parfümeur François Coty den Jugendstilkünstler René Lalique damit, seine Düfte mit passenden Flakons zu versehen. Lalique gelang es mithilfe einer neu entwickelten Technik, künstlerisch hochwertige Parfümflakons in großer Stückzahl herzustellen. Damit erhob er die Gestaltung von Duftflakons zur Kunstform und ebnete den Weg für den Beruf des Flakondesigners, der im 20. Jahrhundert aufkam. Zu den berühmtesten Vertretern dieser Branche gehören Marc Lalique – der Sohn von René Lalique – Pierre Dinand und Joël Desgrippes. Auch der surrealistische Künstler Salvador Dali entwarf mehrere Parfümflakons und lancierte sogar seine eigenen Düfte in ausgefallenen Verpackungen, in denen sich häufig Lippen als Motiv wiederfinden.
Die Palette der modernen Duftflakons ist nahezu unerschöpflich und reicht von schlicht und elegant bis zu verspielt und kurios. Dabei wird die gläserne Basis häufig mit Zierelementen aus Metall, Porzellan, Stoff, Gummi, Kunststoff und gefärbtem Stein ergänzt. Jährlich finden außerdem Preisverleihungen wie der Deutsche Parfümpreis DUFTSTARS statt, auf dem neben den eigentlichen Düften auch die Flakons prämiert werden.

Über die Arten von Parfümflakons

Trotz ihrer vielen Formen lassen sich Duftflakons in zwei große Gruppen unterteilen. Die sogenannten Spray- und Splash-Flakons unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Anwendung, sie können sogar Auswirkung auf die Wahrnehmung eines Duftes haben.

  • Spray-Flakons bilden mittlerweile den Großteil der Duftfläschchen. Sie besitzen einen Zerstäuber oder Vaporisateur, mit dem das Parfüm als feiner Nebel auf die Haut gesprüht wird. Dadurch können Sie einen Duft feiner dosieren und gezielter auftragen. Spray-Flakons eignen sich ebenfalls für unterwegs, da sie durch das Pumpverfahren nicht versehentlich auslaufen können. Einige Düfte gibt es ebenfalls als Aerosol. Hier wird das Parfüm mithilfe eines Treibgases verteilt, ähnlich wie bei einem Deodorant oder Haarspray.
  • Splash-Flakons sind vor allem bei Herrendüften verbreitet und der klassische Behälter für ein wohlriechendes After Shave. Diese Art von Flakon wird auch Schüttflasche genannt, da das Parfüm einfach auf die Hand geschüttet und anschließend am Körper verteilt wird. Düfte aus Splash-Flakons riechen oft intensiver, da sie beim Auftragen höher dosiert werden als Parfüms aus Sprühflakons.

In Deutschland gilt Parfüm als kostbares Kulturgut. Dass nicht nur die edlen Düfte, sondern auch ihre Flakons als Kunstwerke gewürdigt werden, zeigt sich zum Beispiel durch die Existenz mehrerer Museen und umfangreicher Sammlungen, die sich ganz den edlen Glasgefäßen verschrieben haben.